Klick-Tipp vs. Cleverreach – ein Vergleich

E-Mail-Marketing

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Kürzlich wechselte ich von meinem alten E-Mail-Anbieter Cleverreach zu Klick-Tipp, das mittlerweile von fast allen großen Internet-Marketern verwendet und empfohlen wird. Dadurch ist es mir möglich, diese beiden wichtigsten deutschen Anbieter zu vergleichen, und leider schneidet Klick-Tipp dabei gar nicht so gut ab.

Es beginnt schon damit, dass die Navigation von Klick-Tipp eher erklärungsbedürftig ist und man Zeit braucht, um sich da zurecht zu finden. Wenn man zum Beispiel nach dem Begriff „Anmeldeformular“ sucht, dann erhält man 50 Treffer aus dem Klick-Tipp Handbuch. Aber gleich der dritte „Zusätzliche Felder in Anmeldeformular einfügen | Klick-Tipp“ führt ins Nirwana – „Die Seite wurde nicht gefunden“. In der Hauptnavigation können Sie zwischen ContactCloud, Listbuilding, Automatisierung, E-Mails und Mein Konto wählen.

Ganz anders bei Cleverreach: Hier ist die Navigation selbst erklärend und man findet auf einen Blick alles, was man sucht: Dashboard, Gruppen, E-Mails, Formulare, Autoresponder, Reports und Account – und versteht auch, was sich dahinter verbirgt!

Die Vorteile von Klick-Tipp?

Klick-Tipp rühmt sich, als wahrscheinlich einziger Autoresponder-Anbieter, nicht mit Gruppen zu arbeiten, sondern mit Tags: Jede Adresse wird mit einem virtuellen Notizzettel versehen und so wird vermerkt, wenn ein Empfänger etwa ein E-Mail geöffnet hat. Bei einem ausgeklügelten Follow-Up-System kann dies durchaus von Vorteil sein, denn man kann genau diesem Adressaten eine anderes zweites E-Mail senden als einem, der das erste E-Mail nicht geöffnet hat. Das macht durchaus Sinn, wenn man mehrere Produkte anbietet und mit Up- und Down-Sells arbeitet. Und natürlich macht es auch Sinn, wenn man mehrere tausend Adressen in seiner Liste hat.

Ein weiteres Feature, das Klick-Tipp – gegen einen Aufpreis, versteht sich – anbietet, ist der Split-Test. Aber auch dieser ist bei nur ein paar hundert Kontakten wenig aussagekräftig und keinesfalls relevant. Im hohen vier- und dann im fünfstelligen Bereich aber sehr wohl.

Klick-Tipp ist auch sehr stolz darauf, 1000%ig rechtskonform zu sein und dass die Zustellquote extrem hoch sei. Bei jedem E-Mail wird der Spam-Faktor geprüft – wie übrigens bei anderen Anbietern auch. Jedoch sind die Anforderungen bei Klick-Tipp besonders streng: Wenn Ihr E-Mail etwa den allgemein gebräuchlichen Begriff SEO (Search Engine Optimization = Suchmaschinenoptimierung) enthält, erhalten Sie eine um 2 Punkte höheren Spam-Faktor, da Worte in „Großbuchstaben häufig von Spammern“ verwendet werden …

Beim Anlegen des ersten E-Mails stößt man auf den Begriff „Auftragsdatenverarbeitung“ und wird dann gleich zu einem Video geleitet, wo einem suggeriert wird, unbedingt einen Auftragsdatenverarbeitungs-Vertrag abschließen zu sollen, der weitere €49,95 exkl. Mehrwertsteuer kostet – um Klick-Tipp den Auftrag zu erteilen, die Daten des Auftraggebers weisungsgebunden bearbeiten zu dürfen.

Die Nachteile von Klick-Tipp gegenüber Cleverreach

Diese liegen eindeutig im Bereich des Layouts – sowohl der Anmeldeformulare als auch der E-Mails. Die Anmeldeformulare können bei Klick-Tipp nur geringfügig verändert werden, die Flexibilität lässt sehr zu wünschen übrig. Es gibt zwar im Handbuch Anweisungen, wie man die Formulare in OptimizePress oder LeadPages einbindet, jedoch andere Möglichkeiten sind sehr eingeschränkt und führen zu wenig zufriedenstellenden Ergebnissen – siehe das Anmeldeformular auf dieser Website. Bei Cleverreach können Sie das Anmeldeformular völlig frei gestalten und Ihren Wünschen anpassen, sodass es zum Layout Ihrer Seite passt.

Klick-Tipp bietet auch wenig Möglichkeiten, die E-Mails optisch ansprechend zu gestalten. Cleverreach hingegen stellt eine Menge Templates zur Verfügung, die auch frei verändert werden können, um gefällige und wiedererkennbare Newsletter zu erstellen.

Support

Hier ist Cleverreach eindeutig im Vorteil: Der Support antwortet an Wochentagen extrem schnell und kompetent und ist freundlich und hilfsbereit.

Bei Klick-Tipp dauert es relativ lange, bis man Antwort erhält und wird dann mit einem Link abgespeist. Wenn dieser nicht zum erwünschten Ziel führt und man nochmals rückfrägt, erhält man – keine Antwort …

Fazit

Bevor man sich für einen der beiden deutschsprachigen Anbieter entscheidet, sollte man sich gut überlegen, ob man in naher Zukunft sehr viele Abonnenten haben wird – dann ist Klick-Tipp mit seinen Features eindeutig im Vorteil.

Wenn Sie Ihre Liste langsam aufbauen, ist Cleverreach sicher besser geeignet. Es gibt hier auch einen Gratis-Account, wo Sie bis zu 250 Adressen 4 x pro Monat anschreiben dürfen. Allerdings enthält dieser Account kein Folluw-up, d.h. Sie können dem neuen Abonnenten keine Sofortnachricht nach der Eintragung zusenden.

Sollten Sie später einmal von Cleverreach zu Klick-Tipp wechseln wollen, rechnen Sie auch damit, dass Sie etliche Abonnenten verlieren werden: Klick-Tipp besteht nämlich darauf, dass Sie vorab alle Abonnenten über den Wechsel informieren.
 

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